Macht Fett wirklich dick?

 

Um nicht zuzunehmen oder besser noch Gewicht zu verlieren, sollte man unbedingt auf fettiges Essen verzichten. Oder? Lange Zeit kursierte der Mythos, dass Fett dick macht. Doch wer den Fehler macht und auf Fett verzichtet, begibt sich gesundheitlich selbst in Gefahr. Allerdings muss man dazu wissen, dass es gute und schlechte Fette gibt. Denn der Körper braucht Fett, damit der Körper ordnungsgemäß arbeiten kann. So werden zum Beispiel die Vitamine A, D, E und K erst in Verbindung mit Fett verwertet. Aber gerade bei jungen Frauen ist eine fettfreie Ernährung gefährlich, da der Nährstoff wichtig für die Regelblutung ist.

Der unbeliebte Nährstoff galt eine lange Zeit als der Dickmacher schlechthin. So glaubte man, dass beim Verzehr von Fett, dieses direkt im Körper eingelagert wird. Dabei ist mittlerweile klar, dass Fett eins der wichtigsten Energielieferanten ist und in gewissen Mengen täglich zu uns genommen werden sollen. Demnach soll, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Anteil der täglichen Energiezufuhr bei ca. 30 Prozent hochwertigem Fett liegen. Das klingt im ersten Moment viel, aber wer sich bewusst ernährt, kommt leicht auf eine entsprechende Verteilung der Nährstoffe.

Die Gefahr der Extrem-Diäten

Professorin Susanne Klaus, Leiterin Physiologie des Energiestoffwechsels am Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke sagt ganz klar: „Die Energiedichte von Fett ist doppelt so hoch wie die von Kohlenhydraten und Eiweißen." Denn bereits vier Esslöffel Olivenöl decken den Tagesbedarf bei einer erwachsenen Frau. Meist sind es Menschen, die drastische Diäten halten oder gar zu wenig essen, die folglich an Hormon- und Vitaminmangel leiden. Besonders pubertierende Mädchen sind dank dem ganzen Fitnesswahn und den falschen Idolen auf Instagram und Co. gefährdet an einer Mangelzufuhr zu erkranken.

Ökotrophologin Monika Bischoff, Leiterin des Zentrums für Ernährung und Prävention am Krankenhaus Barmherzigen Brüder in München, bestätigte zudem: „Fett ist ein wichtiger Baustoff von Hormonen. Bestimmte Fettsäuren regulieren den Blutdruck, wirken entzündungs- und gerinnungshemmend. Wer bereits weniger als zehn Gramm Fett täglich zu sich nimmt, wird sich auf Dauer schlapp fühlen, schnell frieren und an Haarverlust oder Konzentrationsschwäche leiden. Grundsätzlich wird bei einem Mangel an Nährstoffen das Immunsystem geschwächt und das Risiko eines Infekts erhöht. 

Mehr Qualität, statt Quantität

Doch Fett ist nicht gleich Fett. Anstelle von den „schlechten“ gesättigten Fetten sollte man vor allem zu den mehrfach ungesättigten Fetten greifen. Diese stecken unter anderem in pflanzlichen Produkten wie Oliven, Sonnenblumenkerne oder Raps. Aber auch in einigen Fischarten und Leinöl steckt das gute Omega-3-Fett, das besonders für unser Gehirn wichtig ist. Gerade bei sogenannten Lightprodukten sollte man die Finger von lassen. Nicht nur, dass diese fettreduziert sind, wird das Fehlen dieses Geschmackträgers durch Zucker ersetzt. Das kann dazu führen, dass man sogar mehr Kalorien zu sich nimmt, als man vorher dachte.

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